Bootsschuhe Ja oder nein?

Bootsschuhe aus kräftigem Kalbs- oder Rindsleder

Dickere Ledersorten sind zwar unempfindlicher gegen Feuchtigkeit, brauchen aber ebenso regelmäßige Pflege, denn sonst werden sie hart und rissig. Denken Sie einfach immer daran, dass Leder einmal Haut war – und die will schließlich auch durch Cremes und Salben geschmeidig gehalten werden. Für derbere Schuhe nehmen Sie am besten eine Wachspaste aus dem typischen Blechdöschen. Nach dem Entfernen von Staub und Schmutz (mit feuchtem Lappen, Bürste oder in hartnäckigen Fällen den stumpfen Rücken eins alten Küchenmessers) wird die Paste aufgetragen, und zwar entweder mit einer kleinen Bürste (mit der sie das manchmal etwas störrische Produkt in alle Ecken und Ritzen bekommen) oder einem Lappen. Wachspaste sollte längere Zeit einwirken, ruhig über Nacht. Optimal zieht sie in handwarmes Leder ein, deshalb sind der kuschelige Heizungskeller oder ein sonniger Balkon ideale Orte für die Schuhpflege. Am nächsten Tag mit einer großen Pferdehaarbürste nachpolieren, anschließend gehen Sie noch einmal mit einem weichen Lappen über das Leder, um letzte Pastenreste zu entfernen.
Wenn Schuhe richtig nass geworden sind, brauchen sie eine besondere Behandlung. Erst Sand und Dreck entfernen, dann auf das noch feuchte Leder Wachspaste auftragen und die Schuhe mit Zeitungspapier ausstopfen. Danach müssen sie in einem warmen, gut gelüfteten Raum trocknen. Das geht am besten, wenn sie auf der Seite liegen, weil die Luft dann auch an die Sohlen kommt. Die Schuhe bitte nie direkt auf die Heizung stellen oder gar trocken föhnen, denn direkte Hitze macht das Leder spröde. Wenn die Bootsschuhe vollständig durchgetrocknet sind, mit Bürste und Lappen auf Hochglanz wienern.

Bootsschuhe aus Rauleder

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Kalbs- oder Rindsleder gibt es auch in der Rauleder-Variante (auch Veloursleder genannt, früher “Wildleder”). Dabei wird das Material mit der rauen Seite nach außen und der glatten nach innen verarbeitet. Bei ungefütterten Schuhen ist das gut erkennbar. Das Rauleder sollte niemals mit Paste oder Creme eingeschmiert werden, ein kräftiges Abbürsten reicht völlig. Wer mag, kann danach ein Imprägniermittel aufsprühen, ein Muss ist das aber nicht. Besser, Sie lassen Raulederschuhe an nassen Tagen im Schrank (obwohl ein paar Wasserspritzer nicht schaden), den wenn es richtig schüttet, nützt auch das beste Lederspray nichts. Nubuk ist eine andere Rauledervariante, bei der die glatte Seite des Materials künstlich aufgeraut wird. Die Innenseite von Nubuk ist also wie bei Glattlederschuhen “natur-rau”. Nubuk wird genauso wie Rauleder oder Veloursleder gepflegt.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Werfen Sie alle Pflegemittel in den Müll, die Hochglanz “in Sekunden” und “ohne Polieren” versprechen – sie machen das Leder kaputt.

Pro und kontra Leder

Leder wird seit ewigen Zeiten zu Kleidung und Gebrauchsgegenständen aller Art verarbeitet. In der Damenmode fertigt man daraus vor allem Schuhe, Handtaschen, Portemonnaies, Gürtel und Jacken, gelegentlich auch Hosen, Röcke und Mäntel. Die Freunde des Materials denken, anders als bei Pelzen, nur selten darüber nach, dass es sich dabei um die Haut von Tieren handelt. Selbst eingeschworene Vegetarier bedienen sich ohne mit der Wimper zu zucken aus den Regalen der Schuhgeschäfte.

Sollten wir lieber Bastsandalen tragen, damit unsere Mitgeschöpfe am Leben bleiben können? Das wäre zwar nobel gedacht, retten würde man damit jedoch kein einziges Tier, denn Leder ist ein Abfallprodukt der Fleischindustrie. Getötet werden Rinder und Schweine – und neuerdings auch Straußenvögel – in erster Linie, um gegessen zu werden. Dass man dann gleich noch das Leder bekommt, ist nur ein Nebeneffekt, wenn auch ein willkommener. Etwas anders sieht die Situation bei den so genannten Exotenledern aus. Krokodile, Schlangen und Co. werden speziell für die Verarbeitung zu Gürteln, Taschen oder anderen Lederwaren gezüchtet, ihr Fleisch wird nicht gegessen.
Natürlich hat jeder das Recht, Leder zu tragen, auch wenn er das Fleisch der dazugehörigen Tiere nicht verzehren möchte.

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